Kapitel 2: Die Bedeutung der Website für ein Unternehmen

Der Ausgangspunkt

Die Homepage ist im übertragenen Sinne der Knoten- oder Ausgangspunkt Deiner Onlinepräsenz. Egal wo oder innerhalb welcher Netzwerke Du Dich online bewegst, um auf Dich und Dein Unternehmen aufmerksam zu machen, die meisten Deiner Kunden werden in den meisten Fällen irgendwann auf Deiner Website landen.

Fast jedes Unternehmen weiß inzwischen um die Relevanz einer eigenen Website und besitzt deswegen eine solche. Ein immer wieder anzutreffendes Phänomen ist allerdings, dass die Bedeutung der Homepage nicht jederzeit präsent ist. Je mehr sich (Marketing-) Aktivitäten auf andere Plattformen (wie beispielsweise Social Media) verlagern, umso weniger wird der eigenen Website noch die erforderliche Beachtung geschenkt.

Natürlich ist es so, dass Du insbesondere Deine Bestandskunden primär über Deine Netzwerkkanäle oder via WhatsApp & E-Mail erreichst. Es ist allerdings aus unterschiedlichen Gründen in jedem Fall geraten, deswegen die Website nicht zu vernachlässigen – vor allem, wenn es um die Neukundengewinnung geht oder wenn Werbeanzeigen auf Deiner Website oder einer Landingpage enden.

Besonders kostspielig kann die Vernachlässigung der Website werden, wenn dann noch die sog. Google-Ads ins Spiel kommen. Man kann extrem viel Budget für Suchmaschinenoptimierung bereitstellen und guten Agenturen mag es gelingen, dass Dein Unternehmen bei entsprechenden Suchbegriffen im Ranking weit oben erscheint, nur: was nützt Dir das, wenn die Besucher Deine Seite dann extrem schnell wieder verlassen, weil sie vom ersten Eindruck Deiner Seite nicht gefesselt werden?

Im Ergebnis können wir hier auf Seiten der Besucher von nicht erfüllten Erwartungen sprechen. Und darum geht es, wenn vielfach von „professionellen“ Websites gesprochen wird, nämlich um die Befriedigung der emotionalen Erwartungshaltung Deiner Kunden. Diese hat sich in den letzten Jahren allein durch die fortschreitendende Entwicklung in der Programmierung weiterentwickelt und erwartet gewisse Standards in der Darstellung. Wobei an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben darf, dass es natürlich nicht nur die Technik ist, die darüber entscheidet, ob Deine Seite begeistert oder eher als uninteressant empfunden wird.

Man kann sagen, dass Websites, die irgendwann mal erstellt wurden und seitdem unverändert um sich selbst kreisen, zu einem erheblichen Imageschaden führen können, weil Du mit einer inzwischen rückständig wirkenden Seite in Schubladen gesteckt wirst, die nicht wirklich verkaufsfördernd sind. Dies gilt besonders für Seiten, die nicht responsivefähig sind, also sich nicht der Umgebung anpassen, von der aus die Website aufgerufen wird. Inzwischen werden die meisten Websites über mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets aufgerufen, die – vereinfacht gesprochen – nach einer anderen Darstellung verlangen als die klassische Desktopversion. Wenn Deine Website vor vielen Jahren erstellt wurde, als das Aufrufverhalten der User noch anders war, und Du keine Änderungen vorgenommen hast, dann hast Du in der heutigen Zeit ein Problem.

Deswegen sollten wir uns etwas eingehender mit den Erwartungen Deiner Kunden auseinandersetzen und uns mit der Frage beschäftigen, wie in Zeiten fortschreitender Digitalisierung insbesondere auch im Netz Entscheidungen getroffen werden.

Versetzen wir uns in die Lage Deiner (potenziellen) Kunden, wenn sie sich im Netz bewegen und schauen auf die Grundlagen menschlicher Verhaltensweisen.

Entscheidungsfindung Deiner Kunden

Inzwischen sind sich die Hirnforscher einig, dass ein Großteil unserer Entscheidungen unbewusst getroffen werden. Dies bedeutet umgekehrt, dass sie Deinem Bewusstsein nicht zugänglich sind, Du also nicht weißt, warum Du Dich jetzt wie entschieden hast. Was Dein Bewusstsein jedoch nachträglich macht, ist, Dein Verhalten durch rationale Begründungen zu rechtfertigen.

Ein bekannter deutscher Hirnforscher hat das Bewusstsein mal mit einem Regierungssprecher verglichen: es verkündet Entscheidungen, an dessen Zustandekommen es nicht beteiligt war und über deren Hintergründe es nichts weiß.

Wenn also Entscheidungen nicht rational, sondern emotional getroffen werden, lohnt es sich, sich etwas genauer damit zu beschäftigen, wie diese Emotionen entstehen. Je mehr man sich mit dieser Frage beschäftigt und je mehr man darüber weiß, umso leichter fällt es, zu verstehen, wie man seine Kunden emotional erreicht. Wir werden an dieser Stelle aber nicht zu tief in dieses Thema einsteigen, sondern dieses ausführlicher in einem späteren Blogbeitrag behandeln, der sich mit Buyer Personas beschäftigt.

Nehmen wir also zunächst zur Kenntnis, dass nur ca. 5% unserer Entscheidungen rational sind und 95% aller Entscheidungen auf Gefühlen und Unterbewusstsein basieren. Man spricht im Zusammenhang mit diesen unterbewussten Verhaltensmustern auch von Behavior Patterns.

Es mag skurril klingen, aber im Grunde ist Denken das Schlimmste, was dem Gehirn passieren kann, weil Denken Energie kostet und das Gehirn darauf ausgerichtet ist, Energie zu sparen, wo es nur geht. Deswegen treffen wir auch häufig Entscheidungen aus dem sogenannten Autopiloten. Schnell, verkürzend, auf unhinterfragte Erfahrungen zurückgreifend – sogenannte Heuristiken oder Verfügbarkeitsheuristiken. Der bekannten Nobelpreisträger und Psychologe Daniel Kahneman hat zwei Systeme herausgearbeitet, mit denen das menschliche Gehirn arbeitet:

Ein rationales System, dass bewusst gesteuert wird, langsam ist, aber komplexe Probleme lösen kann (System 2) und ein intuitives System, das impulsiv ohne willentliche Steuerung funktioniert, aber schnell und effizient arbeitet (System 1)

Du stehst also zuallererst vor der Herausforderung, überhaupt erstmal in den Aufmerksamkeitsbereich Deines Kunden zu gelangen und wenn er Dich wahrgenommen hat, hast Du nur ganz, ganz wenig Zeit, seine Emotionen anzusprechen, also Deine Botschaft an das System 1 zu adressieren. (Nicht umsonst wird Aufmerksamkeit inzwischen als das kostbarste Gut bezeichnet.)

Bitte achte also beim nächsten Mal, wenn Du Deine eigene Homepage besuchst, darauf, ob diese in ihrer aktuellen Fassung dazu geeignet ist, beim Besucher Emotionen hervorzurufen, die ihn fesseln.

Wie Dir dies auf Deiner Website gelingt, erklären wir Dir in unserem nächsten Blogbeitrag zur Homepage.

 

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